
Miriam Orth-Blau: ein Wiener Multitalent im Interview
Du bist sowohl Musikerin als auch Schmuckunternehmerin – wie kam es dazu, dass du beide Welten miteinander verbindest?
Als Tochter von einer Kunsthändlerin und einem Kunsthändler bin ich zwischen antiken Möbeln und Schmuck aufgewachsen – unsere Wohnung war immer bunt und es wurde viel Musik gehört. Sowohl Musik als auch der Kunsthandel Orth-Blau in der Krugerstraße 17 in der Wiener Innenstadt meiner Familie waren immer schon parallel in meinem Leben vorhanden. Mit 3 Jahren habe ich begonnen zu tanzen und war vor der Volksschule in der frühmusikalischen Erziehung am Konservatorium Wien. Die Liebe zu Schmuck, zum Design und zur Musik ist mir bis heute geblieben.
Was inspiriert dich musikalisch und was inspiriert dich, wenn du Schmuck kreierst oder auswählst? Gibt es eine Verbindung zwischen beidem?
Das Reisen ist tatsächlich eine Verbindung. Oft habe ich mich nach meinen Reisen besonders inspiriert gefühlt. Mein Kopf war wieder frei und ich fühlte mich besonders aufnahmefähig, um zum Beispiel neue Sounds auszuprobieren. Ich erinnere mich an die ersten Schmuckatelier-Besuche, zu denen mich meine Mutter bereits mitgenommen hat. Es war faszinierend für mich, früh in die Welt des Reisens eintauchen zu dürfen und Schmuckwerkstätten zu besuchen. Auf meinen Städtereisen gehe ich heute noch immer gerne auf „Entdeckungsjagd“ nach Schmuckdesigner:innen. Die eine oder den anderen Künstler:in habe ich aber auch schon über die VOGUE entdeckt und kontaktiert.

Fotos © Briana Pfaffel
Musik und Schmuck sind beides Ausdrucksformen – inwiefern beeinflussen sich diese beiden kreativen Bereiche in deinem Leben gegenseitig?
Ja, beides sind Ausdruck meiner Kreativität. Das eine schließt das andere nicht aus. Es ist schön, dass ich mir die Möglichkeit erarbeitet habe, beide Berufe ausüben zu dürfen. Kontinuierlich meine Projekte wachsen zu sehen, erfüllt mich mit Stolz. Auf der Bühne trage ich gerne große Statement Pieces aus meiner Kollektion, für meine Musikvideos suche ich passende Schmuckstücke aus. Im Geschäft teile ich manchmal meine neuen Songs und Musikvideos mit Kund:innen – und habe auch schon den ein oder anderen Song meines Albums SOLITAIRE dort geschrieben 😉
Du hast das Juweliergeschäft deiner Eltern übernommen – war das immer dein Plan oder hat sich das spontan ergeben?
Unseren Familienbetrieb gibt es seit über 40 Jahren im ersten Bezirk in Wien. Ich bin seit über 15 Jahren im Unternehmen mit dabei und habe den Kunsthandel Orth-Blau nun vor zwei Jahren ganz übernommen. Ja, es war immer schon mein Plan und macht großen Spaß! Ich bin meiner Mutter sehr dankbar – über viele Jahre hat sie mich auf die Geschäftsübernahme vorbereitet, mir vieles beigebracht und mich auch bei der Gründung meiner eigenen Schmucklinie unterstützt.
“Tatsächlich gibt es nichts Schöneres, als zu sehen,
dass sowohl meine Musik als auch meine Beratung und Designs geschätzt
werden und Menschen glücklich machen!”
– MIBLU
Was fasziniert dich an Schmuck genauso wie an der Musik? Gibt es Parallelen in der Art, wie du an beides herangehst?
Ich arbeite sowohl in der Musik als auch im Schmuckgeschäft mit vielen Menschen zusammen. Der persönliche Kontakt ist mir wichtig. Neben einer großen Auswahl an nationalen und internationalen Designer:innen, die wir vertreten, haben wir unsere Gold- und Silberschmiedemeister:innen in Wien, die alles anfertigen oder umarbeiten können – ganz persönliche Schmuckstücke wie Verlobungsringe, Eheringe etc. Über die Jahre habe ich ein großartiges Team in meinen Werkstätten sowie in meiner Musikproduktion gefunden. Dafür bin ich sehr dankbar! Darüber hinaus fasziniert es mich einfach, Neues auszuprobieren – neue Sounds, neue Kollektionen von Designer:innen, die wir jährlich bei unseren Vernissagen präsentieren. Tatsächlich gibt es nichts Schöneres, als zu sehen, dass sowohl meine Musik als auch meine Beratung und Designs geschätzt werden und Menschen glücklich machen!

Fotos © Philipp Jelenska
Wie schaffst du es, zwischen den beiden Welten zu balancieren? Gibt es Herausforderungen, die du meistern musst?
Haha, ja. Ich würde sagen, manchmal ist der Tag einfach zu kurz – da habe ich das Gefühl, dass die Zeit verrinnt und ich nicht alles unter einen Hut bringe. Über die Jahre habe ich mir eine gute Work-Life-Balance geschaffen. Diese Balance zu finden, war für mich anfangs eine Herausforderung, da ich durchwegs gearbeitet habe und die Freizeit zweitrangig war, streckenweise sehr zu kurz gekommen ist. Als selbständige Vollzeit-Unternehmerin können schon mal neue Herausforderungen aufkommen – da ist es, wie schon erwähnt, sehr wichtig, ein gutes Team um sich zu haben, das einen unterstützt.
Was sind deine Visionen für die Zukunft – sowohl in der Musik als auch im Schmuckhandel?
Ich möchte das Geschäftslokal umgestalten und in der Zwischenzeit arbeitet Laura Karasinski vom Atelier Karasinski an meiner neuen Website. Weiters möchte ich meine Schmuckproduktion in Wien und Europa weiter ausbauen und die Kooperationen mit internationalen Designer:innen ausweiten. Was die Musik betrifft, findet mein nächster Gig tatsächlich bereits dieses Jahr statt – allerdings im ganz privaten Rahmen auf meiner bevorstehenden Hochzeit!