Roberta Keil im #jungbleiben Portrait

Wie würdest du dich in 5 Worten beschreiben?

Aufgeschlossen, dynamisch, engagiert, empathisch, neugierig.

Was hat dich dazu inspiriert, deine eigene Galerie zu eröffnen?

Ich bin Kunsthistorikerin und habe bereits in verschiedenen Kulturinstitutionen gearbeitet. Dabei wurde mir bewusst, wie sehr mich die direkte Zusammenarbeit mit Künstler:innen begeistert. Die Freude am persönlichen Austausch und der Wunsch, eine eigene Plattform für Künstler:innen und einen Ort des Dialogs zu scheuen, führten schließlich zur Gründung meiner Galerie. Hier kann ich nun mein theoretisches Wissen, meine kuratorischen Erfahrungen und meine Kenntnisse über den Kunstmarkt vereinen.

Was macht Wien einzigartig im Vergleich zu den anderen Kunstmetropolen, in denen du gelebt hast?

Wien ist sauber hahaha, charmant und verlässlich. Du kannst Wien verlassen und wieder zurückkommen und dir sicher sein, dass einiges beim Alten geblieben ist. Gleichzeitig gibt es immer viel neues zu erleben: Wien hat eine lebendige Kunstszene, fast täglich ist etwas anderes geboten, man entdeckt immer wieder neue Künstler:innen, Kollektive, Artspaces etc. – da wird einem nie langweilig.

Inwiefern spielt der Austausch zwischen verschiedenen Kunstszene-Städten eine Rolle in deiner Galeriearbeit?

Ich finde Austausch in der Kunst essenziell für Weiterentwicklung. Unterschiedliche Städte und ihre Kunstszenen können viel voneinander lernen, sich gegenseitig inspirieren und befruchten.

Welche Rolle spielen Humor und Ambiguität in deiner aktuellen Ausstellung?

Ambiguität ist für mich eine wesentliche Eigenschaft von Kunst. Mich spricht eine Arbeit dann an, wenn sie auf mehreren Ebenen funktioniert. Meine aktuelle Ausstellung zu viel Hitze beschäftigt sich beispielsweise mit verschiedenen Perspektiven auf die Kraft und Bedeutung von Hitze. Humor und Mehrdeutigkeit spielen dabei eine wichtige Rolle, denn Hitze hat so viele sozial-kritische Assoziationen, kann aber gleichzeitig auch einfach als „hot“ gelesen werden. Kunst muss für mich beides können – hot und kritisch sein!

Wie helfen diese Elemente, gesellschaftliche Themen zu vermitteln?

Kunst ist ein wichtiges Medium, um gesellschaftliche Themen zu kommunizieren und Menschen zum Nachdenken zu bringen. Sie eröffnet uns neue Perspektiven, bietet Zugänge, die wir vielleicht nie in Betracht gezogen hätten, berührt uns manchmal vielleicht auch emotional und bringt uns durch all das dazu unseren eigenen Standpunkt zu hinterfragen. Humor spielt dabei eine besondere Rolle – er schafft einen ganz speziellen Zugang und kann eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk ermöglichen.

Was treibt dich an, wenn es darum geht, Künstler:innen eine Plattform zu bieten und den Dialog zwischen Generationen und Kulturen zu fördern?

Ich möchte mit meinen Künstler:innen wachsen und unterschiedliche Netzwerke verbinden. Der Austausch zwischen Kunstszenen, Generationen, KünstlerInnen und Kunstinteressierten ist für mich entscheidend, um neue Perspektiven zu schaffen und kreative Impulse zu fördern. Kunst lebt vom Dialog – zwischen einem diversen Publikum sowie internationalen und lokalen Szenen. Mein Ziel ist es, einen Raum zu bieten, in dem Kunst als Brücke zwischen verschiedenen Perspektiven dient.

Wie reagiert die Wiener Kunstszene auf die Themen deiner ersten Ausstellung „Zu viel Hitze“? Was waren die unerwarteten Reaktionen? Gab es Überraschungen?

Das Feedback war sehr positiv, und die Message ist definitiv angekommen. Ich hatte den Eindruck, dass die Themen das Publikum auf verschiedenen Ebenen angesprochen haben. Es war auch sehr schön zu sehen, wie Kunst auf so unterschiedliche Weise verstanden und interpretiert wurde.

Was bedeutet #nachhaltig jungbleiben für dich?

Im Austausch sein, neugierig und offen bleiben.

Ohne, mild, oder prickelnd?

Prickelnd.

30. März 2025
Ich seh, ich seh VeränderJung

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